In Zeiten des Schwindens materieller Werte bekommen die immateriellen Werte eine scheinbar größere Bedeutung zugeteilt. Dabei sind gerade die nicht materiellen Werte tragende Säulen eines jeden Unternehmens, ja sogar jeder Volkswirtschaft. Dies zu erkennen und richtig zu bewerten machte bisher so einige Probleme, da eine klare Bewertung dieser immateriellen Werte kaum möglich erschien. Die Wissensbilanz 2.0 macht mit solchen Unklarheiten endgültig Schluss. Denn nun ist es möglich, immateriellen Werten wie Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital eindeutige und vergleichbare Zahlen zuzuordnen. Sogar in Euro und Cent!
Nichtsdestotrotz sind immer noch Wissensmanager unterwegs, die mangels der erforderlichen Grundlagen etwas managen wollen, was sie selbst gar nicht klar benennen, geschweige denn beziffern, können. Grundlage eines Wissensmanagements ist aber eben genau Wissen! Das jedoch scheint sogar einem Großteil der Wissensmanager abzugehen. Wie sonst ist es erklärbar, dass die Wissensmanager der alten Schule mit nicht definierten Allgemeinplätzen argumentieren und auf dieser Basis Wissensbilanzen aufstellen, die meist nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.
Die Erwartungen an Wissensmanager sind ebenso hoch wie die Enttäuschungen, die oftmals mit deren Arbeit zusammenhängen. Im Ergebnis einer Wissensbilanz erwarten die Unternehmer und die leitenden Köpfe von Organisationen in aller Regel mehr als Goodwill-Erklärungen über die Entwicklung des geistigen Potentials eines Unternehmens oder einer Organisation. Wissensmanagement soll Wissen organisieren, planbar machen und entwickeln helfen. Dazu bedarf es klarer Analysen der im Unternehmen versammelten Kompetenzen und vor allem eines vergleichbaren Zahlenwerkes. Unternehmer und Leiter sind nun einmal ein gutes Stück Zahlenmenschen. Und das nicht ohne Grund.
Ihnen liegt es fern, mit wortreichen Umschreibungen das Vermögen ihres Unternehmens darstellen zu wollen. Wirtschaftlichen Aussagewert haben nicht Wörter wie solle, könnte oder müsste sondern nur klare Zahlen. Echte Wissensmanager wissen das und stellen sich so auf die Wissensbilanz 2.0 ein, sofern sie diese kennen und ihr die Beachtung schenken, die ihr zukommt. Hier bietet sich erstmals ein echtes System zur umfassenden Wissensbilanzierung an, mit dem auch nicht monetäre Werte von Unternehmen und Organisationen klar beziffert werden können. Warum das noch ein Geheimtipp zu sein scheint ist unklar. Möglicherweise liegt das daran, dass allzu viele Wissensmanager und Wissensmoderatoren in Modellen verfangen sind, die nicht wirklich dem neuesten Stand der Entwicklung entsprechen.
Doch gerade in Zeiten wirtschaftlicher Engpässe ist ein solches Herangehen an ein Wissensmanagement nicht nur unnütz sondern sogar unfair den auftraggebenden Unternehmen und Organisationen gegenüber. Wer mit alten Mitteln Wissen bilanzieren und managen will, kostet den Unternehmen jede Menge Geld, dass nicht effektiv eingesetzt ist, weil die Arbeitsergebnisse der Wissensmanager nicht dem Wunsch der Unternehmer nach klaren Bilanzen immaterieller Unternehmenswerte und entsprechend fundierten Empfehlungen entspricht. Damit bleibt die Arbeitsweise wenig effektiv und leistet nicht das, was sie verspricht.
Echtes Wissensmanagement fängt mit Wissen an und das muss auch bei den Wissensmanagern und Wissensmoderatoren vorhanden sein – zumindest ihr Fach und die entsprechenden aktuellen Entwicklungen betreffend! Wissen kann nur gemanagt werden, wenn man weiß, was man weiß und was man nicht weiß. Voraussetzung dazu ist eine Wissensbilanz 2.0, dem Steuerungsinstrument für ein professionelles Wissensmanagement.