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Wissen verkaufen, das man nicht hat

Posted by Olaf Hoffmann on Feb 16th, 2009 and filed under Wissensbilanz. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

Eine kurze Auseinandersetzung mit der Fraunhofer Technology Academy und dem was diese für eine Wissensbilanz halten

 

Ein freier Markt macht es möglich auch etwas zu verkaufen, was man nicht hat. Und das gibt´s meist für richtig viel Geld. Und weil eine moderne Gesellschaft modernes Wissen braucht und Unternehmen nun endlich auch ihre Soft-Skills entdecken, lässt sich wohl auch hier richtig Geld verdienen.

 

Die Fraunhofer Technology Academy versucht das seit einigen Jahren mit der Wissensbilanz – Made in Germany. Spätestens mit dem Bilanzierungsrechtsmodernisierungsgesetz bietet sich für Unternehmen die Möglichkeit, auch immaterielle Werte in die Unternehmensbilanz einfließen zu lassen. Auf diesen Zug ist das Fraunhofer-Institut aufgesprungen.

 

Jedoch haben die Fraunhofer-Wissensbilanzierer offenbar die Entwicklung verschlafen oder üben sich in Ignoranz. Das von ihnen genutzte Modell der Wissensbilanz 1.0 ist weder wirklich Made in Germany, noch lassen sich damit messbare Zahlenwerte ermitteln. Dennoch verkauft das Institut Lehrgänge für Moderatoren in Sachen Wissensbilanz. Der Einstieg kostet satte 1.500 Euro. Für die Fähigkeit, etwas zu vermitteln, was man nicht weiß bzw. was keinen Mehrwert, geschweige denn Extrafinanz für die Unternehmen bringt.

Was eine Wissensbilanz a la Fraunhofer-Institut faktisch bringt, ist  de facto ein netter Flyer mit sehr subjektiv gefärbten Interpretationen vermeintlich in einem Unternehmen vorhandener Soft-Skills. Echte Zahlen fehlen! So bleibt dann die Wissensbilanz aus dem subventionierten Sektor so etwas wie das Worturteil auf einem Schulzeugnis.

 

Das aktuelle Modell Wissensbilanz 2.0 als die konsequente Weiterentwicklung der Wissensbilanz 1.0 bringt da ganz andere Ressourcen mit. Hier wird es wirklich möglich, Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital eines Unternehmens in Euro und Cent zu beziffern. Und das macht Ressourcen erfassbar und messbar, die bisher bestenfalls mit Allgemeinplätzen umschrieben werden konnten.

 

Zahlen sind Daten, die Unternehmen brauchen und die aktuell, glaubwürdig und praktikabel sind. Das veraltete und wenig aussagekräftige Modell der Wissensbilanz – Made in Germany eignet sich dagegen bestenfalls dazu, etwas zu verkaufen, was man nicht hat! Vorausgesetzt es finden sich Interessenten, denen bislang die Neuentwicklung erfolgreich vorenthalten wurde. Schade nur, dass das Bundesministerium für Wirtschaft BMWi solche Fehlentwicklungen unterstützt, anstatt Modelle zu prüfen, die bei den deutschsprachigen Nachbarn verfügbar sind und dort schon erfolgreich praktiziert werden. Da ist es an der Zeit, eine Wissensbilanz zu standardisieren, die auf der erfolgversprechenden Wissensbilanz 2.0 aufsetzt.

 

Olaf Hoffmann

Geradeaus…die Berater

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