Vladimir Putin “We discussed this important issue yesterday over a beer...”

Barack OBAMA “You know, my faith is one that admits some doubt...”

Erstellen einer Wissensbilanz

Posted by Fallmanager on Jul 8th, 2009 and filed under Allgemein, Wissensmanagement. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

Erstellen einer Wissensbilanz

bis ende 2008 haben alle geglaubt das Wissen nicht materiell, daher keine Ware ist. Es gab keine transferierbaren Wissensquanten, die gegeben, getauscht oder gehandelt werden konnten. Nur wenn Wissen als Information expliziert werden konnte, also durch Verdinglichung, könnte es in quantifizierten Informationseinheiten transferierbar und über diesen Weg auch vermarktbar werden. Inzwischen ist es der Wissenschaft gelungen mit einem Computer System Name: “Seneca” den Wissensmarkt mit über 18 Millionen Themen eine Erste Ökonomische Basisgröße für die Wissensgesellschaft geschaffen, dadurch kann der Wert einer angebotenen Information derselben auf Qualität und Quantität des darin enthaltenen Wertschöpfung und für den Käufer brauchbaren Wissen zu untersuchen und auf Prozess ebenen zu Matchen.

Während gebrauchte Waren schwer verkäuflich ist, kann Information durch Gebrauch, also durch Anwendung oder Weiterverarbeitung, an Wert gewinnen. Daher gelten für den Informationsmarkt Prinzipien, die vom Markt für materielle Sach- und Dienstleistungen abweichen. Neben den im Patentrecht, Musterschutz, Urheberrecht bzw. Copyright geregelten Eigentums- und Nutzungsrechten gibt es auch Regeln der Gewährleistung und des Konsumentenschutzes, wobei die Anwendbarkeit einiger Regeln eher vom Wissensgehalt, jene anderer Regeln eher vom Unterhaltungswert abhängig ist. „Mogelpackungen“ im reinen Unterhaltungssektor werden beispielsweise anders geahndet als solche im Wissensschaftssektor.

Einige Wirtschafts-, Rechts- oder Sozialphilosophen betrachten Wissen als direkt vermarktbar. Da Wissen bei Gabe, Tausch oder Handel nicht verloren geht, kann man Wissen zwar nicht verkaufen, aber vermieten. Damit wird das Wissen anbietende Unternehmen vom Hersteller zum Dienstleister, der Gebrauchswert und Wartung garantiert. Nach André Gorz beschleunigt das die Geldzirkulation und soll das rationalisierungsbedingte Abschmelzen der Wertsubstanz durch Aufbau von Dienstleistung verzögern (GORZ 2003). Arbeit bzw. zusätzliche Wertschöpfung wird durch diese Umschichtung allerdings keine geschaffen. Auch unterscheidet sich Wissen diesbezüglich nicht grundlegend von materiellen Wirtschaftgütern, denn Miet und Leasingverträge enthalten immer gewisse Dienstleistungen, und Dienstleistungen benötigen immer gewisse Investitionen seitens des Anbieters.

Wie bereits erwähnt, lassen sich Informationen – als expliziertes Wissen – nicht nur Geldeswerte sondern auch Wertschöpfung zuordnen. Wissen lässt sich also mit Seneca direkt in Werte messen.

Der Marktwert (Tauschwert) von Informationen richtet sich also nicht nur nach Unterhaltungswert, Verfügbarkeit, Wettbewerb, tatsächlichem oder gesteuerten Bedarf, sondern auch nach dem vermuteten Wert des damit erzielbaren Wissens (Gebrauchswert). Ob sich ein bestimmtes Wissen zur Vermarktung als Information eignet, lässt sich in Analogie zur Vermarktung von Waren abschätzen, wenn man den Markt und die eigene position kennt. Diese setzen sich beispielsweise bei Prozessen etwa aus Konzeption und Herstellung, zum anderen aus Vermarktung zusammen. Die derzeitigen Rahmenbedingungen des Informationsmarktes erleichtert es dem Marktführer, seine relative Wettbewerbsposition durch Schutzrechte abzusichern und es Newcomern zu erschweren, mit brillanten Ideen zur Konkurrenz zu werden.

Der Informationsmarkt ist – wie alle Märkte, in denen der Marktpreis nur lose mit den Kosten zusammenhängt – besonders intransparent und instabil. Das gilt nicht nur für das besonders volatile Marktsegment „Unterhaltung“ sondern auch für das Marktsegment „Wissen“. Geringe Investitionserfordernisse, verfügbares billiges risikobereites Personal, globaler Marktplatz, keine Transportkosten, sofortige Lieferbarkeit, Dumping, Lobbying, dirigistische Maßnahmen u.a. zur Standortsicherung usw. ließen bisher kaum Marktprognosen zu.

Ursache ist weniger die oben dargestellte Eigentümlichkeit der Information, sondern die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung dieses Wirtschaftssektors. Denn auch Information wird, wie andere Produkte, sowohl in Heimarbeit als auch handwerklich und industriell hergestellt oder als Dienstleistung angeboten.

Wie bereits erwähnt, lassen sich Informationen – als expliziertes Wissen – nicht nur Geldeswerte sondern auch Wertschöpfung zuordnen. Wissen lässt sich also mit Seneca direkt in Werte messen.

Erstellen einer Wissensbilanz
Sedat Özcelik

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